Kannst du dein Eternitdach selbst instand halten? Hier ist die Antwort.

Kannst du dein Eternitdach selbst instand halten? Hier ist die Antwort.

Eternitdächer sind in der Schweiz weit verbreitet – besonders bei Häusern aus den 1960er- und 70er-Jahren. Sie gelten als langlebig, wetterbeständig und pflegeleicht. Doch auch ein robustes Material wie Faserzement braucht Aufmerksamkeit. Die Frage lautet also: Kannst du dein Eternitdach selbst warten, oder solltest du lieber eine Fachperson beauftragen? Hier erfährst du, was erlaubt, sinnvoll und sicher ist.
Was ist ein Eternitdach überhaupt?
Eternit ist der Markenname für Faserzement – ein Gemisch aus Zement und Fasern, das Stabilität und Witterungsbeständigkeit verleiht. Ältere Eternitplatten (vor 1990) enthalten häufig Asbest, während neuere Produkte asbestfrei sind. Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn sie bestimmt, was du selbst tun darfst.
Ein Eternitdach kann – je nach Qualität, Lage und Pflege – 30 bis 50 Jahre halten. Mit der Zeit bilden sich jedoch Algen, Moos oder kleine Risse, die regelmässige Kontrolle und Pflege erfordern.
Darfst du dein Eternitdach selbst pflegen?
Die kurze Antwort lautet: Ja – aber mit Einschränkungen.
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Asbesthaltige Dächer (meist vor 1990 verbaut) darfst du nicht selbst reinigen, schleifen oder bearbeiten. Asbestfasern sind gesundheitsschädlich, und Arbeiten daran dürfen nur von spezialisierten Fachbetrieben mit entsprechender Ausrüstung durchgeführt werden. Du darfst jedoch Laub aus den Dachrinnen entfernen und den Bereich um das Dach sauber halten.
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Asbestfreie Dächer kannst du grundsätzlich selbst pflegen – etwa durch das Entfernen von Schmutz, Moos oder Laub. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.
So findest du heraus, ob dein Dach Asbest enthält
Wenn du unsicher bist, ob dein Dach asbesthaltig ist, kannst du die Plattenkennzeichnung prüfen. Auf der Rückseite neuerer Platten steht oft „AF“ (asbestfrei) oder „NT“ (neuer Typ). Fehlt eine Kennzeichnung, kann ein Labor oder eine Fachperson eine Materialprobe analysieren. Diese kleine Investition sorgt für Sicherheit und Klarheit.
Regelmässige Pflege – das kannst du selbst tun
Ist dein Dach asbestfrei, kannst du einige einfache Wartungsarbeiten selbst übernehmen:
- Reinige Dachrinnen und Fallrohre mindestens einmal jährlich, damit Regenwasser ungehindert abfliessen kann.
- Entferne Blätter und Äste von der Dachfläche, besonders nach Stürmen.
- Beobachte Algen- und Moosbewuchs. Eine dünne Schicht ist meist unproblematisch, doch starker Bewuchs hält Feuchtigkeit und kann die Lebensdauer verkürzen.
- Kontrolliere Schrauben und Platten auf Risse oder Lockerungen. Frühzeitige Reparaturen verhindern grössere Schäden.
Achte bei Arbeiten auf dem Dach immer auf deine Sicherheit: Verwende eine stabile Leiter, trage rutschfeste Schuhe und betrete die Platten möglichst nicht direkt – sie können brechen, besonders bei älteren Dächern.
Reinigung und Beschichtung – wann du Profis brauchst
Auch wenn du kleinere Pflegeschritte selbst übernehmen kannst, sollten grössere Arbeiten Fachleuten überlassen werden:
- Dachreinigung: Profis verwenden spezielle Reinigungsmittel und Niederdruckverfahren, um die Oberfläche zu schonen. Hochdruckreiniger sind ungeeignet, da sie die Schutzschicht zerstören können.
- Beschichtung oder Anstrich: Eine neue Beschichtung kann die Lebensdauer verlängern, erfordert aber Erfahrung und das richtige Material.
- Reparaturen: Gebrochene oder poröse Platten sollten immer von einem Dachdecker ersetzt werden – insbesondere, wenn Asbest im Spiel ist.
Wann du professionelle Hilfe brauchst
Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass dein Dach überprüft werden sollte:
- Dunkle Flecken oder Verfärbungen, die nach der Reinigung bleiben
- Risse oder Abplatzungen an den Platten
- Feuchtigkeit oder Flecken an der Decke im Dachgeschoss
- Starker Moosbewuchs in den Fugen zwischen den Platten
Je früher du reagierst, desto geringer sind die Kosten für eine Sanierung.
So verlängerst du die Lebensdauer deines Dachs
Mit regelmässiger Pflege bleibt dein Eternitdach viele Jahre in gutem Zustand. Beachte diese Tipps:
- Führe einmal jährlich eine Sichtkontrolle durch – idealerweise im Frühling.
- Sorge für gute Belüftung im Dachraum, um Feuchtigkeit zu vermeiden.
- Schneide Bäume und Sträucher zurück, die Schatten und Feuchtigkeit fördern.
- Lass dein Dach alle 5 bis 10 Jahre professionell inspizieren, um Schäden frühzeitig zu erkennen.
Fazit: Du kannst viel selbst tun – aber nicht alles
Ein asbestfreies Eternitdach kannst du mit etwas Sorgfalt selbst pflegen. Halte es sauber, überprüfe es regelmässig und achte auf kleine Schäden. Bei asbesthaltigen Dächern oder grösseren Arbeiten wie Reinigung, Beschichtung oder Reparatur ist jedoch immer eine Fachperson gefragt.
Wenn du die Grenzen zwischen Eigenleistung und Profi-Arbeit kennst, schützt du nicht nur deine Gesundheit, sondern auch dein Dach – und sorgst dafür, dass es dich noch viele Jahre zuverlässig vor Wind und Wetter schützt.











